Die Frage „Cloud oder eigener Server?“ liefert die Entscheidungskriterien – aber dahinter stehen konkrete Betriebsmodelle, die sich im Alltag deutlich unterscheiden. Wer sie kennt, kann mit IT, Datenschutz und Anbietern auf Augenhöhe sprechen. Die fünf Modelle im Einzelnen:
1. Web-Cloud-CRM: Arbeiten im Browser
Beim Web-Cloud-CRM läuft die Lösung vollständig als Webanwendung: Sie öffnen den Browser, melden sich an, fertig. Betrieb, Updates und Backups übernimmt der Anbieter.
- Stärken: kein Installationsaufwand, sofort startklar, mobil auf jedem Gerät nutzbar – ideal für Protokolle direkt beim Unternehmensbesuch
- Zu klären: Serverstandort und Auftragsverarbeitung (DSGVO), Anbindungstiefe an lokale Systeme wie DMS oder Finanzverfahren
- Typisch für: Teams, die ohne eigene IT-Infrastruktur schnell produktiv werden wollen – häufig städtische Wirtschaftsförderungen
2. Remote-Desktop-Cloud: der volle Windows-Client aus der Cloud
Beim Remote-Desktop-Modell läuft der klassische, funktionsstarke Windows-Client nicht lokal, sondern auf einem Terminalserver oder in einer Azure-Virtual-Desktop-Umgebung (AVD) in der Cloud. Die Anwender verbinden sich per Remote-Sitzung – vom Büro-PC, Notebook oder Thin Client.
- Stärken: kompletter Funktionsumfang des Vollclients, zentrale Wartung statt Installation auf jedem Arbeitsplatz, konstante Performance auch bei großen Datenbeständen, Zusammenspiel mit weiteren Windows-Fachanwendungen in derselben Sitzung
- Zu klären: Remote-Desktop-Lizenzen, lokales Drucken und Scannen, Benutzererlebnis (Sitzung statt lokaler App)
- Typisch für: Organisationen, die die Tiefe des Vollclients wollen, aber keine eigene Serverlandschaft betreiben möchten
3. Hybridlösung: Cloud und On-Premise kombiniert
Die Hybridlösung verbindet beide Welten – in zwei bewährten Spielarten: Entweder bleibt die Datenbank im Haus und mobile Nutzer greifen per Web-CRM oder Remote-Desktop zu; oder der Kern läuft in der Cloud, während einzelne Integrationen (etwa DMS oder GIS) lokal angebunden bleiben. Auch die Kombination „Vollclient per Remote-Desktop für Vielnutzer plus Web-Zugang für Gelegenheitsnutzer“ hat sich bewährt.
- Stärken: maximale Flexibilität, schrittweiser Umstieg möglich, jedes Team bekommt den passenden Zugriffsweg
- Zu klären: klare Systemführerschaft und Synchronisation – Hybridmodelle brauchen saubere Architekturentscheidungen
- Typisch für: Kreis- und größere Organisationen mit gemischten Anforderungen, auch als Basis für Mandanten-Konzepte
4. On-Premise Client/Server: die Lösung im eigenen Haus
Das klassische Modell: Datenbankserver im eigenen Rechenzentrum oder beim kommunalen IT-Dienstleister, installierte Clients auf den Arbeitsplätzen.
- Stärken: volle Datenhoheit, tiefe Integration in das eigene Netz (DMS, Finanzverfahren, Outlook/Exchange, GIS), bewährtes Lizenzmodell
- Zu klären: IT-Betrieb (Updates, Backups, Sicherheit) muss organisiert sein; mobiler Zugriff braucht VPN oder einen Remote-Baustein
- Typisch für: Verwaltungen mit funktionierender IT-Infrastruktur und klarer On-Premise-Linie
5. On-Premise Einzelplatz: der kompakte Einstieg
Für sehr kleine Wirtschaftsförderungen – oft eine Person, manchmal zwei – gibt es die Einzelplatzlösung: Installation direkt auf dem Arbeitsplatzrechner, ohne Serverprojekt.
- Stärken: geringe Kosten, schneller Start, alle Kernfunktionen von Adressverwaltung bis Historie
- Zu klären: Datensicherung konsequent regeln; bei Teamwachstum Umstieg auf Client/Server oder Cloud einplanen – auf denselben Datenbestand
- Typisch für: Ein-Personen-Wirtschaftsförderungen und Stabsstellen, die strukturiert starten wollen
Die fünf Modelle im Vergleich
| Modell | Eigene IT nötig | Mobil nutzbar | Typische Organisationsgröße |
|---|---|---|---|
| Web-Cloud-CRM | nein | ja, direkt | klein bis mittel |
| Remote-Desktop (AVD/Terminalserver) | nein (Cloud-Betrieb) | ja, per Sitzung | klein bis groß |
| Hybrid | teilweise | ja | mittel bis groß |
| On-Premise Client/Server | ja | per VPN/Remote | mittel bis groß |
| On-Premise Einzelplatz | minimal | eingeschränkt | sehr klein |
Praxis-Tipp: Wählen Sie das Betriebsmodell nach dem Arbeitsalltag Ihres Teams, nicht nach der reinen IT-Präferenz – und halten Sie den Wechselpfad offen: Gute Lösungen lassen sich vom Einzelplatz bis zur Cloud auf demselben Datenbestand betreiben. So wächst das Modell mit, statt eine neue Datenübernahme zu erzwingen.
Welches Modell zu Ihrer Wirtschaftsförderung passt, hängt von Anforderungen, IT-Vorgaben und Budget ab – die Entscheidungskriterien dazu liefert unser Beitrag Cloud oder eigener Server? Oder Sie machen es kurz: Schildern Sie uns Ihre Situation, wir empfehlen Ihnen das passende Modell – inklusive ehrlicher Kostenschätzung.