„Wir haben ja gar keine Daten“ – stimmt fast nie. Die meisten Wirtschaftsförderungen sitzen auf mehr Datenquellen, als sie nutzen; die Kunst ist, sie systematisch in die zentrale Firmendatenbank zu führen. Ein Überblick über die wichtigsten Quellen aus der Praxis.
Interne Quellen: der unterschätzte Schatz
- Gewerbean-, -um- und -abmeldungen: der Pulsschlag des Standorts. Regelmäßig ins CRM übernommen (siehe Fachverfahren), halten sie den Bestand aktuell und liefern Anlässe für Willkommensbesuche bei Neugründungen
- Eigene Kontakte: Beratungsgespräche, Veranstaltungsteilnahmen, Anfragen – jede Interaktion reichert Profile an
- Verwaltungswissen: Liegenschaften, Bauanträge von Gewerbebetrieben, Konzessionen – im Rahmen der rechtlichen Zulässigkeit wertvolle Signale
- Website und Formulare: Newsletter-Anmeldungen, Veranstaltungsanmeldungen, Flächengesuche – digital erfasst, direkt im System
Externe Quellen: Reichweite und Tiefe zukaufen
- Handelsregister und Jahresabschluss-Publikationen: Rechtsform, Geschäftsführung, Registeränderungen – gut für Pflege und Anlässe (Jubiläen, Führungswechsel)
- Firmenadress-Anbieter: strukturierte Bestände mit Branche, Größenklasse und Ansprechpartnern – ideal als Startbefüllung oder Abgleichquelle. Über unseren Geschäftsbereich Data beraten wir hier aus eigener Erfahrung mit Firmenadressen und Marktdaten
- Kammern und Verbände: je nach Kooperationslage Mitglieder- und Brancheninformationen
- Öffentliche Statistik: Beschäftigten- und Betriebszahlen für Berichte – nicht adressscharf, aber unverzichtbar als Rahmen
Drei Regeln für den Quellen-Mix
1. Eine führende Datenbank. Externe Quellen fließen ins CRM – nie umgekehrt verteilte Insellösungen je Quelle. Beim Import gelten die Routinen der Datenübernahme: Mapping, Dubletten, Qualitätsprüfung.
2. Herkunft dokumentieren. Zu jedem Datensatz gehört, woher er stammt und wann er zuletzt bestätigt wurde. Das schafft Vertrauen in Auswertungen – und ist für die DSGVO-Informationspflicht schlicht Pflicht.
3. Rechtsgrundlage je Quelle klären. Was für die Aufgabenerfüllung der Wirtschaftsförderung zulässig ist, ist es nicht automatisch für Werbung: Für den Newsletter zählt die dokumentierte Einwilligung, nicht die Herkunft der Adresse.
Praxis-Tipp: Etablieren Sie einen festen Monatsrhythmus für die Gewerbemeldungen – importieren, Dubletten prüfen, Neugründungen mit Willkommensanschreiben versehen. Eine Stunde pro Monat, und Ihre Datenbank bleibt lebendiger als jedes einmalige Großprojekt.
Welche Quellen sich für Ihre Kommune oder Region konkret lohnen und wie die Übernahme technisch läuft: Das besprechen wir gern an Ihrem Beispiel.